Matinée auf dem Spielfeld
VON JÜRGEN SCHOTT
Eine Volleyball-Matinée ist angesagt für den dritten Advent. Das Bayernligaspiel der Damen des BSV 98 Bayreuth gegen den TV/DJK Hammelburg beginnt nämlich am Sonntag um 11.30 Uhr in der Turnhalle am Roten Main.
Wikipedia definiert eine Matinée als „künstlerische Veranstaltung, die am Vormittag oder auch (frühen) Nachmittag stattfindet oder beginnt“. Die hohe Kunst des Spiels über das 2,24 Meter hohe Netz wollen die Bayreutherinnen bei ihrem letzten Einsatz des Jahres und vor einer vierwöchigen Pause natürlich gern zeigen. An den empfohlenen Dresscode (elegante Kleider, schicke Hosenanzüge oder Kombinationen aus Rock/Bluse und Blazer) werden sie sich vermutlich nicht halten…
Es ist auch anzunehmen, dass vor möglicher Kunst ein schweres Stück Arbeit verlangt wird. Der Gegner liegt in der Tabelle einen Rang vor dem BSV, hat wie er 15 Punkte, diese jedoch aus nur sieben Matches geholt (Bayreuth neun). Seit ihrem 1:3 zum Start ausgerechnet gegen Bayreuth haben die Unterfränkinnen nur noch ein Mal verloren, und bei diesem 2:3 gegen den TSV Lengfeld sogar einen Punkt behalten.
Deshalb geht Bayreuths Trainer Manuel Wolz, der mit Ausnahme von Co-Trainerin Katharina Weigel den gesamten Kader zur Verfügung hat, auch davon aus, dass Hammelburg stärker als im Hinspiel (21:25, 25:16, 25:17, 25:16 für den BSV) auftritt. „Das war zu Saisonbeginn und mit recht neuer Trainerin“, sagt er. „Sie haben sicher die Zeit genutzt, um ihre Spielideen abzustimmen und die Aufschlagfehler zu reduzieren. Hammelburg macht meistens auch in schwierigen Situationen keine leichten Fehler, rettet oft Bälle, hat hohe Spielfähigkeit. Da müssen wir sehr viel Angriffsdruck aufbringen und damit rechnen, dass nicht jeder Angriff direkt punktet.“ Zudem haben sich beim TVH zwei Talente in den Vordergrund gespielt, die im Oktober noch fehlten: Eva Haase, erst 14 Jahre alt, aber 1,88 m groß, sowie die nur ein Jahr ältere Viktoria Haas als Zuspielerin.
Den bisher fünf Hammelburger Erfolgen haftet lediglich ein kleiner „Makel“ an: Sie wurden fast ausnahmslos gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte errungen. Die Ausnahme ist ein imposantes 3:0 gegen den TV Altdorf II, bei dem sich der BSV mit 2:3 geschlagen geben musste.
Fünf Mal hat die Mannschaft von Trainerin Ipek Akinci daheim agieren können, nur zwei Mal musste sie bisher reisen. Duelle mit den beiden aktuell Klassenbesten (Donau Volleys Regensburg und TSV Eintracht Rottenberg) standen noch nicht auf dem Stundenplan. Gegen den Tabellenführer aus der Oberpfalz geht es erst Ende Februar und Ende März, auf Rottenberg trifft der TV indes bereits an diesem Samstag, genau sechzehneinhalb Stunden vor dem Anpfiff in Bayreuth.
Nach den 3:1-Erfolgen gegen Ansbach, Fürth und Zirndorf konnte sich der TVH zwar zwei Wochenenden lang ausruhen, nun aber heißt es: erst 75 Kilometer gen Westen nach Hösbach an der Grenze zu Hessen und nach einer kurzen Nacht schon wieder 150 Kilometer gen Osten nach Bayreuth.
Dort zitiert Manuel Wolz aus seinem Wunschzettel: „Mit einem Sieg können wir über die Weihnachtspause mal vorsichtig nach oben schauen. Je nach Ergebnissen der anderen Partien wäre vielleicht das eine oder andere Team wieder in unserer Reichweite.“
Der Text beim Nordbayerischen Kurier im Internet (hinter einer Paywall)