VON JÜRGEN SCHOTT
Umleitung! Der direkte Weg in die Zirndorfer Jahnturnhalle war den aus Bayreuth anreisenden Volleyballerinnen verwehrt. Umleitung dann auch im Bayernligaspiel des BSV 98 beim TSV, ehe der Gast die drei Punkte mitnehmen konnte.
Dem direkten Weg zum BSV-Erfolg hatte der Tabellenletzte ein Stoppzeichen gesetzt, indem er den dritten Satz für sich entschied. Doch Saisonsieg Nummer drei des Teams von Trainer Manuel Wolz war damit nicht aus dem Blickfeld verschwunden. 26:24, 25:22, 21:25, 25:16 hieß es nach 100 Minuten Spielzeit schließlich für den Vizemeister. Zirndorf hingegen muss weiter den erfolgreichen Weg zum ersten Punktgewinn erkunden.
„Die Mannschaft hat übernommen, die Mannschaft hat geliefert“, kommentierte BSV-Coach Wolz das Resultat. Soll heißen: Er war in Sachen Aufstellung auf Anregungen seiner Spielerinnen eingegangen, was insofern nicht sehr schwierig war, da Neuzugang Egle Stakeliunaite und Alexandra Soloninkin fehlten und Zuspiel-Alternative Caroline Glatkowski gesundheitlich angeschlagen war. So war der Tausch Selina Porzner für Johanna Stelzer die einzige Änderung gegenüber dem enttäuschenden Heim-1:3 gegen Bamberg.
Die sechstplatzierten Oberfränkinnen ließen gegen den optimistischen TSV (Trainer Christopher Sandler: „Meine Mannschaft steigert sich gerade von Spiel zu Spiel“) zunächst keine Verunsicherung erkennen. Als man vom 10:10 auf 16:12 davonzog und 24:20 führte, schien der Weg zu einem schnellen Satzgewinn-Zwischenstopp frei. Doch der BSV musste dann doch fünf Mal den Blinker setzen. Nina Baldini war mit zwei erfolgreichen Bällen die Lenkerin zum 1:0.
Die anfangs noch zufriedenstellenden Aufschläge von Bayreuth wurden im zweiten Abschnitt ungenauer. Nach ausgeglichenem Spiel gelang Porzner ein schöner Angriff zum 18:17, Glatkowski kam herein und schlug ein Ass – 21:19. Doch der TSV konterte mit drei Punkten in Serie, was Trainer Sandler nach dem Spiel zu dem Urteil veranlasste: „Wir haben wieder ganz gut gespielt, uns aber erneut nicht belohnt. Ich bin jedenfalls nicht unzufrieden.“
Sehr zufrieden dürfte Gegenüber Wolz gewesen sein, dass in gerade erwähnter Phase nach einem Zirndorfer Aufschlagfehler zuerst Baldini mit List punktete, dann Antonia Meinhardt mit dem folgenden Service und schließlich auch noch Ronja Meyer beim Satzball im zweiten Anlauf. „Ronja hat Tipps mehrerer Trainer gut umgesetzt“, sagte Wolz über seine Mittelspielerin.
Trotz der klaren Führung wurde das Bayreuther Spiel nun fehlerhafter. 4:9, 11:11, 11:15, 17:17 – der Motor stotterte, lief rund, stotterte wieder. Und gewisse Parallelen zum Ende von Durchgang zwei – Zirndorfer Aufschlagfehler bei eigener 20:18-Führung, Meyer-Punkt, Meinhardt-„Winner“ – brachten nicht dasselbe Ergebnis, weil Ronja Meyer zum 21:25 geblockt wurde.
Befürchtungen, der BSV würde im vierten Satz ganz aus der Spur geraten, kamen nicht auf, weil Bayreuth, nun gleich mit Glatkowski im Zuspiel, stark begann und Sandler beim 9:2 für die Gäste schon seine zweite Auszeit nehmen musste. „Dieser Fehlstart hat uns endgültig geschlagen“, sagte der TSV-Trainer. Nach dem 16:7 wurde der BSV etwas nachlässig, ein Ass von Katja Löhnhardt und ein Block von Britta Schneider brachten Bayreuth aber ans Ziel. Mittelblockerin Schneider beeindruckte Zirndorf dabei offenbar so sehr, dass sie gleich zur MVP gewählt wurde. Manuel Wolz hätte sich auch Meinhardt, Baldini oder Ronja Meyer für die Ehrung der wertvollsten Akteurin vorstellen können. Seine Analyse war eindeutiger: „Das war besser als im Spiel vorher, aber längst noch nicht glänzend.“ Immerhin führte die Umleitung nicht in eine Sackgasse.
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